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Tagung der Literarischen Kurse „Frauen über Frauen“

„Frauen über Frauen“ – unter diesem Titel stand die Jahrestagung der Literarischen Kurse und schloss sich somit dem Thema des aktuellen Fernkurses „frauenLESEN“ an. Der Titel, durchaus auch in seiner kleinen Doppeldeutigkeit, wurde in den Märztagen der Tagung ernst genommen: Während die Besucher*innen eine gewohnt diversifizierte Gruppe an Literaturenthusiast*innen umfassten, waren die Referentinnen und Workshopleiterinnen sowie das „Leading Team“ der Tagung durchwegs Frauen.

20.-22. März 2026. Wien, Fernkurs „frauenLESEN“

Den Auftakt zur Tagung machte am Freitag das gesamte Team Literatur. Mitarbeiterinnen der Literarischen Kurse und der STUBE stellten den Tagungsgästen jeweils eine literarische Frauenfigur vor, die für sie zu einer liebgewonnenen Begleitung durch die (literarischen) Jahre geworden ist.

Mit dem Werkstattgespräch der Leiterin der STUBE Heidi Lexe und der deutschen Autorin Susan Kreller, die aus „Das Herz von Kamp-Cornell“ (Carlsen, 2025) und „Salzruh“ (Schöffling, 2023) las, fand der erste Tagungstag auch schon einen glänzenden Abschluss. Zwischen der unheimlichen Düsternis und dem überraschenden Humor der Romane erzählte Susan Kreller aus ihrem Arbeitsalltag und ihrer literarischen Arbeit im Bereich der Kinder- und Jugendliteratur und der Allgemeinliteratur. Die lange Schlange zum Signieren der Bücher kam nicht überraschend und auch beim gemeinsamen Ausklang am Buffet wurde die Begeisterung der Besucher*innen für die Autorin und ihr Werk spürbar.

Am Samstag, 21. März läuteten die Literarischen Kurse nicht nur den Frühling, sondern mit dem Vortrag der angesehenen Literaturkritikerin und Germanistin Daniela Strigl unter dem Titel „Haushofer lesen - weibliche Radikalität und männliche Missverständnisse“ auch einen neuen Tagungstag ein.

Ihr nach folgte Dariya Manova mit ihrem Vortrag „Mädchen - ? - Ehefrau - Mutter. Weibliche Adoleszenz erzählen“ und leitete damit in eine bewegte Podiumsdiskussion über. Nachmittags dann fand mit gleich fünf parallelen Workshops eine intensive Beschäftigung mit unterschiedlichen Aspekten (weiblichen) Schreibens statt. Neben Ela Wildberger, Martina Lainer und Gisela Everts konnten sich die Teilnehmenden auch für einen Workshop bei Irmgard Kramer oder Lena Raubaum entscheiden – keine leichte Wahl, die die Tagungsteilnehmer*innen schon am Tag zuvor beschäftigt hatte. In jeweils mehr als drei Stunden blieb dann viel Zeit, sich in kleineren Gruppen mit dem Workshopthema auseinanderzusetzen, in den angeregten Dialog zu gehen und sich auf das Thema einzulassen. So wurde in der Runde geschrieben, diskutiert und Textarbeit geleistet, geschnippelt, geklebt und gedichtet. Am Ende des zweiten Tages fanden sich erschöpfte, aber glückliche Gesichter, neue Gruppen hatten sich gefunden und zogen gemeinsam in den Abend.

Mit Sonntag, 22. März brach der letzte Tagungstag an – die intensive Auseinandersetzung der vorangegangenen Tage hatte ihr Spuren in den Teilnehmerinnen hinterlassen (vollgeschriebene Notizhefte, dick gefüllte Büchertaschen und mitunter glasige Augen) und dennoch war die Neugierde auf den letzten Vortrag von Beate Hochholdinger-Reiterer (Universität Bern) groß. Mit „Der Ton des ehemaligen Metiers oder: Wenn Schauspielerinnen schreiben“ gelang es der Theaterwissenschaftlerin, die Teilnehmer*innen auf eine literatur- und theaterhistorische Entdeckungsfahrt in die Vergangenheit mitzunehmen, die für alle zum Erlebnis wurde.

Wir danken allen Teilnehmer*innen, Referent*innen und Mitarbeitenden für das Mitwirken, das „Frauen über Frauen“ zu einem wahren Jahreshighlight im Fernkursjahr gemacht hat.

Tagung "Frauen über Frauen"

Tagung der Literarischen Kurse „Frauen über Frauen“
20.-22. März 2026
Wien, Fernkurs „frauenLESEN“

Daniela Strigl
Frauen über Frauen
Susan Kreller und Heidi Lexe